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Digitale Exzellenz
Informations- und Kommunikationstechnologien sind unverzichtbar, um die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts Deutschland zu sichern. Ein Viertel des Wachstums des Bruttoinlandsproduktes und etwa 50 Prozent des Produktivitätswachstums der EU sind unmittelbar oder mittelbar auf IKT zurückzuführen. Allerdings ist Deutschland bei der Entwicklung und Anwendung neuer Lösungen im IKT-Bereich nur im Mittelfeld platziert.
Um auch in diesem Bereich Exzellenz zu beweisen und Deutschland in die Spitzengruppe aufrücken zu lassen, müssen künftige IKT-Anwendungen noch verbraucherorientierter und verständlicher ausgestaltet werden. Bislang hat in Deutschland nur jede elfte technologische Neuerung im Markt Erfolg! Nur dann, wenn der Nutzen prägnant kommuniziert wird und Verbraucher sachlich und offen mit Innovationen vertraut gemacht werden, finden diese die erforderliche Akzeptanz in der breiten Bevölkerung.
Die Initiative D21 wird daher gemeinsam mit „Vorreitern“ Trends und Vorreiter-Anwendungsfelder definieren und nutzerorientiert kommunizieren.
Die Säule Digitale Exzellenz umfasst drei Themenfelder:
Themenfeld Breitband – die Deutsche Breitbandinitiative
Breitband ist für das künftige Wirtschaftswachstum in Deutschland unverzichtbar. Nach Einschätzung der OECD wird Breitband bis zum Jahr 2011 mit einem Drittel zum Produktivitätszuwachs in den Industrieländern beitragen. Damit hängt die Wettbewerbsfähigkeit von einer intensiven Nutzung sowie vom schnellen und flächendeckenden Ausbau der Breitband-Technologien ab.
Der Breitband-Sektor sorgt aber nicht nur für Wachstum in bestehenden Marktbereichen, sondern lässt auch neue Märkte entstehen. Ob Internet-Telefonie, Internet-Video oder andere Anwendungen - allein der Download-Markt verbucht dreistellige Wachstumsraten und wird in Kürze beim Umsatz die Milliarden-Grenze überschreiten. Aber auch andere Bereiche wie Forschung und Bildung erwarten von einer besseren Breitband-Nutzung notwendige wichtige Impulse.
Darüber hinaus zählen die Unternehmen der Informations- und Kommunikationstechnologie mit rund 750.000 Beschäftigten schon heute zu den wichtigsten Arbeitgebern in Deutschland. Sie erzeugen dabei ein Umsatzvolumen von etwa 130 Milliarden Euro, womit Deutschland den größten ITK-Markt Europas darstellt. Um diesen Vorsprung zu halten, ist der Auf- und Ausbau von Breitband-Technologien von entscheidender Bedeutung.
Gemeinsam mit der Bundesregierung will die Initiative D21 gezielt Ausbau und Nutzung von breitbandigem Internet fördern. Wichtige Handlungsfelder sind hierbei die Information der Bevölkerung, die Förderung der Medienkompetenz und die Schaffung von Transparenz über bestehende Breitbandtechniken im Rahmen der von der D21 bereits im Jahr 2001 initierten Deutschen Breitbandinitiative.
Themenfeld E-Government – digitale Prozessketten
Projekte
Identifikation von Prozessketten für innovative E-Government-Dienstleistungen
Standardisierung im E-Government
Medienbruchfreie Verwaltungsprozesse
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E-Government stärkt den Standort Deutschland. Moderne Informations- und Kommunikationstechnologien sind hierbei ein Motor für die Modernisierung der Verwaltung. IKT senkt Bürokratiekosten und macht zugleich den Öffentlichen Sektor zum Vorreiter beim Einsatz innovativer Technologien.
In Analogie zu E-Commerce-Dienstleistungen ist aber davon auszugehen, dass der endgültige Durchbruch im E-Government über Government-to-Business und weniger über Government-to-Citizen Angebote erfolgen wird. Das branchengetriebene E-Government strebt für die unterschiedlichen Wirtschaftszweige hierbei eine Verzahnung von Verwaltungsprozessen und industriellen Wertschöpfungsketten an. Dies hat Vorteile für die Wirtschaft und den Staat: Die Unternehmen sparen Geld und die Verwaltung trägt dazu bei, dass die Unternehmen am Standort bleiben. Nach Schätzungen der im Bundesinnenministerium ins Leben gerufenen "Stabsstelle Moderner Staat - Moderne Verwaltung" könnten allein Behörden bis zu 15 Milliarden Euro einsparen, wenn es gelänge, beispielsweise nur die Hälfte der Beschaffungsvorgänge elektronisch abzuwickeln.
In der Praxis hat sich gezeigt, dass das enorme Potenzial von Government-to-Business-Lösungen jedoch nur dann erfolgreich erschlossen werden kann, wenn die Unternehmen selbst maßgeblich an der Gestaltung mitwirken und ihre Bedarfstauglichkeit sicherstellen.
Die größten Effizienzpotenziale bestehen beim E-Government an der Schnittstelle zwischen Unternehmen und Behörden. Die Verwaltung der Zukunft etwa nutzt daher Prozessketten – integrierte Geschäftsabläufe und eine durchgängig IT-basierende Kommunikation zwischen Wirtschaft und Verwaltung. Dies bringt enorme Kostensenkungen und leistet einen immensen Beitrag zum Bürokratieabbau.
Auch die Bundesregierung legt großen Wert auf die gute Zusammenarbeit von Wirtschaft und Verwaltung. Mit dem Programm E-Government 2.0 will sie das Online-Angebot des Bundes bis 2010 bedarfsorientiert ausbauen, die Zusammenarbeit von Unternehmen und Verwaltung durch integrierte elektronische Geschäftsprozesse verbessern und einen sicheren Kommunikationsraum im Internet für Deutschland mitgestalten.
Die Initiative D21 greift dieses Vorhaben mit der Initiierung dreier Projektgruppen auf:
Identifikation von Prozessketten für innovative E-Government-Dienstleistungen
Für den Bereich G2B („Government-to-Business“), aber auch für den Bereich G2C („Government-to-Citizen“), sollen jeweils zwei konkrete innovative Online-Dienstleistungsangebote identifiziert werden, für die Umsetzungsszenarien erarbeitet, Betriebs- und Geschäftsmodelle skizziert und ggf. Pilotierungsbereiche benannt werden sollen. Die identifizierten Dienstleistungen sollen als Best-Practice-Beispiele fungieren, deren Ausgestaltung auch auf andere Nutzungsbereiche übertragbar sein soll. Die Projektgruppe setzt sich dabei aus Experten aus der Wirtschaft und der Verwaltung zusammen.
Projektleitung:
- Siegfried Buck, Fujitsu Siemens Computers GmbH
- n.n., Bundesministerium des Innern (stv.)
Standardisierung im E-Government
Effektive Integration von Dienstleistungen der öffentlichen Verwaltung setzt Standardisierung voraus. In der Projektgruppe „Standardisierung im E-Government“ der D21 soll daher die Schaffung von Standards zur Optimierung gemeinsamer Prozessketten zwischen Verwaltung und Wirtschaft unter Berücksichtigung einer stärkeren Nutzerorientierung (v.a. am Bedarf der Wirtschaft) gefördert werden. Das Augenmerk richtet sich dabei auch auf die Förderung von Standards für Pan-European eGovernment-Services (Stichwort „Dienstleistungsrichtlinie“).
Zur Vermeidung unnötiger Doppelarbeit soll verstärkt die Zusammenarbeit mit den Standardisierungsorganisationen – etwa mit dem Deutschen Institut für Normung e.V. (DIN) – gesucht werden. Im November 2008 wird bereits der vierte Standardskongress durchgeführt; Informationen zur Tagung 2007 finden Sie
hier.
Projektleitung:
- Norman Heydenreich, Microsoft Deutschland GmbH
- Werner Krause, Innenministerium Rheinland Pfalz (stv.)
Medienbruchfreie Verwaltungsprozesse
Projekte zur Einführung der elektronischen Vorgangsbearbeitung sind komplexe Vorhaben, deren organisatorische Rückwirkungen auf die Behörden häufig unterschätzt werden und die oft mit zu geringen personellen Kapazitäten für die Projektdurchführung ausgestattet sind.
Vor dem Hintergrund dieser Situation wurde die Arbeitsgruppe (AG) "Medienbruchfreie Verwaltungsprozesse" der D21 gegründet. Ziel dieser AG ist es, den Erfahrungsaustausch von Anwendern, Herstellern, Beratungspartnern und weiteren Interessenten zur Umsetzung medienbruchfreier Verwaltungsprozesse zu fördern und Hilfsmittel zur Umsetzung entsprechender Lösungen zu erarbeiten. Dabei stehen weniger technische Aspekte im Vordergrund. Vielmehr soll auf organisatorische Rahmenbedingungen und Vorgehensweisen bei der Einführung eingegangen werden.
Projektleitung:
- Dagmar Stübel, IMTB Consulting GmbH
- Andrea Kubath, Ministerium des Innern des Landes Brandenburg
Nicht nur die EU-Dienstleistungsrichtlinie zwingt zur Einführung und Anpassung neuer und sicherer Verfahrensabläufe bis hin zur Gestaltung von neuen nach-weisbaren und sicheren elektronischen Prozessen. Auch der steigende Kostendruck und der Wunsch nach Entbürokratisierung von Verfahrensabläufen muss ein Umdenken bewirken und damit eine stringente nachhaltige Zusammenarbeit von Staat und Wirtschaft. Die Initiative D21 will hierfür einen elementaren Beitrag leisten.
Themenfeld IKT im Gesundheitswesen – Telemonitoring und Förderung der Akzeptanz der elektronischen Gesundheitskarte
Die elektronische Gesundheitskarte kommt. Sie ersetzt schrittweise die bisherige Krankenkassenkarte und vernetzt 80 Millionen Patienten mit tausenden Ärzten, Zahnärzten, Krankenhäusern, Apotheken und Krankenkassen. Die Einführung der Gesundheitskarte ist damit das größte IT-Projekt Deutschlands.
Die elektronische Gesundheitskarte ein gutes Beispiel, die medizinische Versorgung mit innovativen Technologien effizienter und transparenter zu gestalten. Auf der Chipkarte werden nicht nur Patientendaten sicher gespeichert. Sie ist auch Rezept und Notfalldatenbank: Mit ihr können Verschreibungen elektronisch weitergereicht werden, aber auch Angaben über Blutgruppe, Allergien oder die Unverträglichkeit bestimmter Arzneimittel. Patienten kann dadurch bei Bedarf schneller und sicherer geholfen werden. Gleichzeitig dämmt die Karte die Papierflut in Praxen und Apotheken und senkt die Kosten: Allein das elektronische Rezept soll Einsparungen von mehr als 100 Millionen Euro pro Jahr einbringen.
Die Karte kann allerdings nur dann ein Erfolg werden, wenn sie von allen angenommen wird. Die Initiative D21 informiert deshalb als neutrale Plattform für alle Beteiligten sachlich über die Gesundheitskarte und trägt somit zur Akzeptanzförderung bei.
Neben den Aktivitäten zur elektronischen Gesundheitskarte engagiert sich die Initiative D21 im Bereich des Telemonitoring. Telemonitoring, die Fernuntersuchung und -diagnose von Patienten durch Ärzte oder telemedizinische Zentren, ist ein noch sehr junger Teilaspekt der Telemedizin. Innovative Telemedizin kann einen wesentlichen Beitrag zur Gesundheitsvorsorge leisten und gleichzeitig zu signifikant niedrigeren Kosten im Gesundheitswesen führen. Einsparungen von bis 30 Prozent werden ohne Einbußen bei der Qualität der Versorgung prognostiziert.
„Telemonitoring“ ist ein Themenfeld, mit dem Deutschland als Vorreiter international Standards setzen kann. Ziel der Initiative D21 ist es, exzellente Ideen mit besonderen Nutzen für Patientinnen und Patienten zu Trends zu verdichten und bekannt zu machen.




